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Aus meinen Briefen… 2

27. Januar 2008

Da hat mir Flippi Apfelblüte doch gleich geantwortet:

Lieber Rolf Holunder,
jetzt bin ich aber mächtig stolz: Sicherlich bin ich der erste Hase, der ein eigenes Postfach hat! Du bist echt klasse!
Ich habe mir Deine Anleitung genau aufgeschrieben und mir hinter die Ohren geklemmt. Klingt nicht wirklich schwer, sondern eher hasenleicht.
Da Ma jetzt zur Schule muss, wird das hier nur eine kurze Expressantwort, die Möglichkeit habe ich hier gleich auf der Seite gefunden. Ma hat mir aber versprochen, dass sie am Wochenende Zeit hat, mir beim Tippen einer richtigen Mail in unserem schicken Postfach zu helfen.
Bis dahin ganz herzliche Grüße und viele Ohrenwedler von deiner Flippi Apfelblüte

14. Mai 2007
Liebe Flippi Apfelblüte!
Das freut mich ja sehr, dass ich Dich mit meiner Mailbox-Gründung so überraschen konnte und Du nun so begeistert schreibst, auch wenn die Pfötchen schmerzen. Ich kann ja z.B. bei der Apple-Apfeltaste noch meine Nase zu Hilfe nehmen…
Vielen Dank also für Deinen Brief mit der Nummer 1. Wir sollten unsere Mails weiterhin entsprechend markieren. Ich denke, es macht dann Spaß, später mehrere Briefe noch einmal hintereinander zu lesen.Unsere große Schwester findet es auch gut, dass wir uns schreiben, sie weiß ja auch, wie es sich anfühlt, ein Trennungskind zu sein. Als ich einmal mit khnemo darüber sprach, auf einer langen Wanderung, erzählte er davon, in einem tollen Buch gelesen zu haben, dass man beim Ausdrücken oder Aufschreiben einer Sache ihre Kraft bewahren, ihr den zuweilen in ihr steckenden Schrecken aber nehmen kann. Allerdings müsste man sich um das richtige Ausdrücken der Sache sehr bemühen und sehr ehrlich sein…
khnemo scheint das wohl auch sehr anzunehmen, denn häufig ist es sehr still bei uns und ich höre nur das Klappern der Tastatur. Was er da alles aufschreibt, weiß ich noch nicht. Ein befreundeter Kollege, der ganz beeindruckt von dem Reisebericht aus Toblach war, hat ihm wohl den Floh ins Ohr gesetzt, doch einfach weiter zu schreiben,- aber was?
Oh je, wahrscheinlich ist es die Geschichte, die uns auf dem Flugplatz in Basel passiert ist! Da hättest Du auch voller Lachen mit den Öhrchen gewedelt…
Also beim Sicherheitscheck erregte etwas in Papis Rucksack großes Misstrauen, nicht etwa Dein Rolf Holunder, der sich darin befand, sondern der zugegeben etwas ungewöhnlich geformte große Karabinerhaken aus Dänemark, der immer khnemos Geldtäschchen sichert. So etwas war in der Schweiz anscheinend unbekannt oder wurde als gefährlich angesehen. Also packte der Sicherheitsbeamte den ganzen Rucksack aus und stand schließlich in all dem Flughafengewusel da, mit der einen Hand das Geldtäschchen seinem Kollegen am Röntgengerät zeigend, in der anderen Hand, ebenso hoch erhoben – mich. Ich war ja doch etwas erschrocken, so plötzlich in all der Öffentlichkeit! Doch khnemo zwinkerte mir verschmitzt zu und stopfte mich dann in das behagliche Dunkel des Rucksacks zurück. -Ach Flippi, das Eingewöhnen in Berlin, nach der Rückkehr von Kreta, fiel mir ein wenig schwer. Meine Höhlen im Wald habe ich alle staubtrocken vorgefunden, so dass ich andauernd furchtbar niesen musste, und einige Tage später kam der große Regen und alles ist mir voll Wasser gelaufen. Wie soll das nur weitergehen? Glücklicherweise haben mich Jo und khnemo noch mit auf eine Paddeltour genommen, doch abends entwickelte sich bei einem plötzlich hereinbrechenden Nord-Ost-Wind so ein starker Wellengang auf dem Breiten Luzin, dass ich erstens richtig nass wurde und wir zweitens alle auf dem Campingplatz notlanden mussten. Jo hat dann mit ihrer unvergleichlichen wissenschaftlichen Akribie das ganze Faltboot auseinandergenommen und alle Einzelteile vorsortiert, während khnemo das Auto holte.
Für all diese Mühe gab’s anschließend Wildschweinbraten.

Die Heimfahrt war dann wunderschön, -so mit Musik aus dem iPod durch die von alten Bäumen gesäumten Alleen! Mich erinnerte das wieder sehr an unsere früheren Touren.

Nun habe ich es übrigens geschafft, liebe Flippi, – Unser Fotoalbum enthält jetzt die ersten Bilder. Du kannst es Dir in unserem Postfach jederzeit angucken. Deiner Ma und unserer großen Schwester habe ich aber eine extra Einladung zum Angucken geschickt. Das Passwort kennst Du ja schon.

Nun habe ich Dir ziemlich viel von meinem nicht ganz artgerechten Maulwurfsleben und meinem Kumpel khnemo geschrieben. Dass es Dir so gut geht, freut mich richtig. Also wedle fleißig mit Deinen Öhrchen und grüße mir alle Hasen auf den Feldern und Wiesen von Dahlem, – oder sind es doch Kaninchen?

Alles Liebe von Deinem Rolf Holunder
Spitzblauverlauf 2500 Var